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Gesunde Kinderernährung: Wann und wie kann ich damit anfangen?

Die amerikanische Eliteuni Harvard setzt sich schon lange und mit deutlichen Worten für die Aufklärung ein, wie wichtig gesunde Ernährung und moderate Bewegung für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit ist. Kürzlich kam auch ein spannenden Beitrag über eine der schwierigsten Zielgruppen, für die das gesunde Essen wichtiger denn je ist: Kinder!

Eine Fettleber mit 10 Jahren!?

1/3 Kindern ist übergewichtig, was vor allem auf falsche Ernährung zurückzuführen ist (https://www.welt.de/gesundheit/article155815578/Wenn-Grundschulkinder-schon-an-Fettleber-leiden.html, http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Nur-die-Haelfte-der-Kinder-kann-den-Purzelbaum/story/14850419). Die heranwachsende Generation wird wahrscheinlich die erste sein, die weniger lang lebt wie ihre Eltern, weil sie vermehrt an Zivilisationskrankheiten wie Herzkreislauf, Diabetes, Fettleber, etc. leiden (http://www.nytimes.com/2005/03/17/health/childrens-life-expectancy-being-cut-short-by-obesity.html).

Dies wäre einfach zu verhindern: mit frühem Heranführen an eine gesunde Ernährung.  Ich, selbst Mutter eines heiklen Essers, weiss aber, dass es nicht immer so einfach ist, die guten Vorsätze an das Kind zu bringen. Deshalb gefällt mir die klare Ansage der Mediziner und Lifestyle-Forscher von Harvard, die wir hierfür euch kurz zusammenfassen wollen.

Gesundes Essen ist Gewohnheitssache

 

Wann soll man anfangen, auf eine gesunde Ernährung zu achten beim Kind?

Es ist natürlich, dass man sich als Eltern schlecht fühlt, wenn Kinder nichts essen, weil sie lieber Pommes wie Salat essen würden. Aber ab wann kann man nicht mehr länger zusehen und wie kann man konstruktiv Kompromisse mit seinem Kind in puncto Essen schliessen? Da ist Claire McCarthy, MD, Faculty Editor, Harvard Health Publications sehr klar: Je früher desto besser! Denn Essgewohnheiten sind Gewohnheiten und diese lassen sich ändern. Je weniger lang man schlechte Gewohnheiten aufrechterhält, desto einfacher wird es dem Kind fallen, sich anzupassen. McCarthy hat aus ihrer Praxis ihre wichtigsten Einsichten zusammengefasst, wie es mit der gesunden Ernährung klappt.

 

10 einfache Regeln für gesunde Ernährung für uns verzweifelte Eltern:

  1. Früh anfangen! Selbst Baby- und Kleinkinder prägen ihre Essgewohnheiten teilweise schon ein Leben lang! Je früher wir mit einer gesunden Essverhalten starten, desto nachhaltiger und schmerzfreier für das Kind.
  2. Gesunde Mahlzeiten anbieten: Ein bissen oder zwei von rohem Gemüse oder Früchten sind Pflicht pro Tag, diese Regel macht Sinn. Häufig macht es auch Sinn, das Gemüse roh und vor der Hauptmahlzeit anzubieten, da die Kinder da hungrig sind und noch nicht durch Nudeln & Co. abgelenkt.
  3. Keine Alternativ-Menüs anbieten– so bleibt der Anreiz, Neues auszuprobieren – keine Extrawurst, es gibt nur die eine Hauptmahlzeit. Was man machen kann, ist die Zutaten nicht im Vornherein zu vermischen, das mögen Kids bekanntlich nicht allzu sehr.
  4. Beim Mahlzeiten-Rhythmus bleiben: 3 gesunde Hauptmahlzeiten und 2 gesunde Snacks pro Tag sind fix eingeplant. Wenn das Kind nach 20 Minuten die Mahlzeit nicht isst, wird diese weggeräumt und es gibt erst wieder etwas zu essen, wenn die nächste Mahlzeit gemeinsam eingenommen wird. So verhindert man, Snackers heranzuziehen, die immer alles essen, nur nicht am Tisch und Snacks tendieren dazu, deutliche weniger gesund auszufallen wie die Hauptmahlzeiten. Klingt etwas brutal, ist es aber nur am Anfang und es ist zum Besten vom Kind!
  5. Snacking ist nicht jederzeit möglich: es gibt fixe Zeiten von Znüni und Zvieri – sonst isst man nichts
  6. Süssgetränke sollten eine Ausnahme sein! Im Restaurant oder an einem Geburtstag als besonderer Anlass, sonst sollte man die kinder so früh wie möglich daran gewöhnen, dass Wasser gegen den Durst da sit und Süssgetränke in die Kategorie Genussmittel fallen.
  7. Es beginnt beim Wocheneinkauf: Süssgetränke und ungesunde Snacks, die im Haus sind, werden konsumiert – am besten, man beschränkt diese bereits massiv bei Einkauf, das spart viele Stunden Verhandlung und nervenaufreibende Frustrations-Anfälle später 😉
  8. Du bist das Vorbild: einige der Gewohnheiten… Hand aufs Herz… kommen uns nicht nur von unsern Kindern bekannt vor. Dasselbe gilt es zuerst bei uns umzusetzen – es bekommt uns so gut wie ihnen! Dasselbe gilt bei Freizeitbewegung, übrigens 😉
  9. Das gemeinsame Abendessen ist sehr wichtig nicht nur als Mahlzeit sondern als Familienzeit und sollte auch wieder den Platz einnehmen, den es verdient! Keine Ablenkung, Vorfreude, gemeinsamer Austausch über den Tag und was vor euch liegt machen es zu einem Highlight!
  10. Zusammen einkaufen und kochen: die Begeisterung der Kinder für Gemüse, was sie selber am Markt aussuchen durften (einen Gemüse-Chef oder eine Frucht-Königin bei Einkaufen bestimmen – die wählt aus, aus einer vorgegebenen Kategorie von Gesunden Sachen) und ein anschliessendes gemeinsames Zubereiten steigert die Freude am Essen. Die Kinder wissen, was drin ist und haben viel weniger Scheu, neue Sachen auszuprobieren.

 

Somit wünsche ich euch viel Glück beim Umsetzen, gebt euch und eurem Kind etwas Zeit, aber gebt nicht nach, es ist wichtig!

Der ganze Artikel in Englisch könnt ihr hier nachlesen: http://www.health.harvard.edu/blog/10-ways-to-raise-a-healthy-eater-201603019296?utm_source=facebook&utm_medium=socialmedia&utm_campaign=030116kr&utm_content=blog

 

 

 

 

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